Pädagogisches Konzept

Unser Bildungs- und Erziehungsverständnis

Kindheit als schöpferische Periode

Kindheit ist zunächst gekennzeichnet durch Unbewusstheit, Mühelosigkeit, Leichtigkeit und Leidenschaftlichkeit in allen Aktivitäten. Im Gegensatz zum Erwachsenen, der Eindrücke aufnimmt und sie im Gedächtnis behält, verändert sich das Kind durch Eindrücke und den Umgang mit Dingen seiner Umgebung. Gemäß seiner sensiblen Perioden erwirbt das Kind so die Fähigkeiten, die ihm zunehmend Unabhängigkeit und Handlungsfreiheit ermöglichen.
In den ersten Lebensjahren eines Menschen definiert sich das Bild von der eigenen Persönlichkeit vor allem durch das Erfahren des eigenen Körpers. Durch ihre körperliche Aktivität erfahren die Kinder Können und Nicht-Können, Erfolg und Misserfolg, ihre Fähigkeiten und ihre Grenzen. Aktive körperlich-motorische Handlungen vermitteln den Kindern das Erlebnis, selbst etwas bewirken zu können und schrittweise von Eltern und Bezugspersonen unabhängig zu werden. Körper- und Bewegungserfahrungen sind aus unserer Sicht Schlüsselelemente der kindlichen Entwicklung auf dem Weg zu einem positiven Selbstkonzept und zunehmender Selbständigkeit.

Die kognitive Entwicklung des Kindes basiert auf einem Wechselspiel von angeborenen Lernmechanismen und Umweltreizen und hängt davon ab, ob und wieweit es die Umwelt ihm gestattet, seinen Drang nach stets neuen Lernreizen und Erfahrungen nachzugehen.
Wir sehen das Kind als handelndes Wesen, das als “Akteur seiner Entwicklung” (Montessori), von Geburt an aktiv, selbstbestimmt und mit dem Potential sich selbst zu entfalten, ausgestattet ist. Als aktiv lernendes Wesen erobert es aus sich heraus die Welt mit seiner Neugierde und seinem angeborenen Bewegungsdrang. Während wir Erwachsenen unser Wissen mittels unseres Verstandes aufnehmen, absorbiert das Kind das Wissen einfach dadurch, dass es lebt und handelt. Montessori nannte diese Fähigkeit eine “priviligierte Geistesform”. Kinder wollen von klein an selbständig sein. Sie wollen Dinge allein tun, wann und wie sie es für richtig halten. Den Willen Neues zu erproben, brauchen wir unseren Kindern also gar nicht erst aufzuzwingen – es ist ihre Natur! Sie haben Spaß am Lernen, ein großes Bedürfnis nach Bewegung, Selbständigkeit und Respekt, beweisen Ordnungssinn und sind interessiert an Fakten und Fiktionen.

Kinder sind von Natur aus kreativ. Kreativität heißt spielen mit sich und der Umwelt (dinglich und sozial). Mit ihrem Spiel streben Kinder nach Sinn und Erkenntnis. Sie spielen mit großem Ernst, konzentriert und ausdauernd setzen sie sich mit ihrer Umwelt auseinander. Im Spiel zeigen Kinder ihre Art, sich auszudrücken. Sie spielen Alltagseindrücke nach, ordnen sie in ihr Weltbild ein und denken sie fantasievoll weiter. Dinge und Gegenstände erfahren dadurch eine andere, ungewohnte Sichtweise, eine nicht vorgegebene Bedeutung – einen neuen Sinn und vielleicht sogar eine neue Funktion. Im Spiel knüpfen die Kinder soziale Kontakte, üben sich darin, Kompromisse zu schließen, andere und deren Meinung ernst zu nehmen und zu akzeptieren, sowie Regeln zu erstellen und durchzusetzen.

Das gesamte Konzept hier als pdf zum download.